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Unsere Fasenacht
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Geschichtlicher Überblick
Der Ursprung der Buchener Fasenacht und deren Bräuche und Sitten wird immer im Dunkel verborgen bleiben. Mit großer Sicherheit
weiß man, dass sie alt, sehr alt, sein muss. Wahrscheinlich liegen die Anfänge sogar in vorchristlicher Zeit. Vermutungen
natürlich, doch auch heute noch erinnert das bekannte und beliebte Fasenachtstreiben der Huddelbätze an kultische Bräuche,
die sich über das Jahr 2000 hinweg erhalten haben. Noch immer wird in der letzten 'Raunacht' das Birkenreisig für die
Ruten geschnitten und gebunden, die jeder Huddelbätz beim Hüpfen schwingt. Selbst wenn man nun darüber lächelt, auch
dahinter verbirgt sich ein uraltes Fruchtbarkeitsritual, eine Lichtgestalt, die den Frühling symbolisiert.
Im Laufe der Jahrhunderte veränderte sich das fasenachtliche Brauchtum, es glich sich unmerklich dem Zeitgeschmack an, ohne die
wesentlichen Inhalte zu verlieren.
Eine Urkunde des Kurfürsten Dietrich von Mainz aus dem Jahre 1447, die den Buchenern von 'Esto mihi' bis zur
'heiligen' Fastenzeit erlaubte, öffentlich Umzug zu halten und sich an Tanz und Fasenachtsspiel zu ergötzen, nahm man zum Anlass,
um den offiziellen Beginn der Buchener Fasenacht festzulegen. Bereits hundert Jahre früher findet man im Archiv die ersten Aufzeichnungen
von der Fasenacht in Buchen. Fast lückenlos kann man die Geschichte über dieses Brauchtum vom 14. Jahrhundert bis zur Gegenwart
aufrollen.
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Schon vor zweihundert Jahren war das Heer der Huddelbätze so groß, dass sogar die Bürgerwehr gegen sie ausrücken musste,
um gegen das 'unbotmäßige Fasenachtstreiben' einzuschreiten (1821). Zeitungsberichte aus dieser Zeit vermitteln einen
grandiosen Einblick über Brauchtum und Sitten während der Fasenachtszeit. |
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Das Geburtsjahr der Fasenachtsgesellschaft Narrhalla Buchen finden wir auch veröffentlicht: am 10. Januar 1879 lud das Narren-Komitee zu
einer Versammlung ein. 1990 feierte man das 111 jährige Bestehen mit einem großen internationalen Narrentreffen. Fast 2000 Zugteilnehmer
aus neun europäischen Ländern machten aus der 'Narrenhochburg' Buchen eine 'Narrenhauptstadt'.
Politisch verhielten sich die 'Buchener Narren' immer neutral, ließen sich nicht benutzen. Ein Vorteil, der sich auszahlen
sollte. Unmittelbar nach Ende des zweiten Weltkrieges wurde den Buchenern erlaubt, in der damals amerikanisch besetzten Zone, wieder Fasenacht
zu feiern. Kein Wunder, dass auch im Jahre 1991, als der Golfkrieg die Geschehnisse beeinflusste, davon in Buchen nicht viel zu spüren
war. Fasenacht liegt den Buchenern im Blut. Fasenacht feiert klein und groß.
Um auch nach außen zu zeigen wie eng man mit Brauchtum und Tradition verbunden ist, hat die FG Narrhalla 1988 ihren Namen in
'Gesellschaft zur Erhaltung Buchener Bräuche und Sitten, Fasenachtsgesellschaft Narrhalla Buchen e.V.' geändert.
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Der Buchener Blecker
Buchen wird wegen seines Wahrzeichens, dem 'Blecker', einer interessanten alten Steinfigur, auch 'Blecker-Stadt' genannt. Dieses Wahrzeichen
ist gleichzeitig die Symbolfigur der Buchener Fasenacht.
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Beim Abriss eines Stadtmauerteiles wurde er am Anfang des 19. Jahrhunderts gefunden und geriet auf eine 'seltsame Irrfahrt'. Heute hat
die wiedergefundene Originalfigur ihren Platz im Buchener Bezirksmuseum gefunden.
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Der 'Blecker' wurde im Mittelalter in Stein gehauen und diente wie viele andere Figuren auch, die immer noch alte Häuserecken zieren, als
sogenannte Neidfigur den Hausbewohnern, um Unheil und böse Geister abzuhalten. Viele Geschichten wurden und werden im Zusammenhang mit dem
'Blecker' erzählt, sie helfen ihm, seine Mystik zu bewahren.
Noch immer hat er zur Fasenachtszeit als vergoldete Nachbildung seinen großen Auftritt. Bei fast allen Veranstaltungen erweist man ihm durch
einen Kuss auf sein nacktes Hinterteil die Referenz! ...geit her, geit her, geit her un erweischt em emol die Ehr... heißt es in einem der
Buchener Fasenachtslieder.
Am Rosenmontagszug fährt er selbstverständlich auf einem speziellen 'Blecker-Wagen' mit und wenn die Huddelbätze aus Reisen gehen,
ist er immer dabei. Selbst in Frankreich und auf Teneriffa haben zur allgemeinen Belustigung nichtsahnende Zuschauer ihm spontan mit einem
'Blecker-Kuss' die Ehre erwiesen. |
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'Kerl wach uff' wurde ein Hit

Untrennbar wie Siamesische-Zwillinge hat sich der Fasenachtsschlager 'Kerl wach uff .....' mit den Huddelbätzen und der Buchener Fasenacht
verbunden, der inzwischen weit über alle nationalen und internationalen Grenzen bekannt ist. Er hat sich zu einem musikalischen
Dauerbrenner entwickelt, mit dem in jedem Jahr die Fasenacht in Buchen beginnt, lebt und endet. Die Melodie schrieb 1921 der
damalige Dirigent der Buchener Stadtkapelle Karl Tschamber, der auch als Maler einen großen Namen hat. Der Text stammt aus der Feder
unseres nie in Vergessenheit geratenden Jakob Mayer, dem wir noch viele andere Liedertexte und Gedichte zu verdanken haben. Die Stadt Buchen
hat diesem bedeutenden Bürger eine Gedenktafel gewidmet und eine Schule nach ihm benannt. |
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Die Fasenachtstage in Buchen
Am 'Schmutzigen Donnerstag' wird die Buchener Fasenacht durch den 'Ausscheller' und seine Begleiter ausgerufen, bevor abends mit einem
Fasenachtsspiel am 'Alten Rathaus' das Narrentreiben mit einer Freinacht in der ganzen Stadt beginnt. Das närrische Treiben beherrscht
während allen Fasenachtstagen das Leben drinnen und draußen.
Die Sitzung 'Närrisches Buchen' ist samstags ein weiterer Höhepunkt.
Viele Menschen säumen sonntags die Straßen wenn zuerst die Müller aus dem Mühltal ziehen und kurze Zeit später
der 'Gänsmarsch', als erster Buchener Umzug, beginnt. Der Tag endet um 24 Uhr mit dem 'Narrengericht'.
Tausende von Menschen besuchen am Rosenmontag die Bleckerstadt Buchen und nehmen auf ihre Art am Rosenmontagsumzug teil.
Mit dem 'traditionellen Frühschoppen' beginnt der letzte Fasenachtstag, gefolgt vom Kinderumzug und dem Kindernachmittag.
Laut hört man die Huddelbätze weinen, wenn die Stadtkapelle um Mitternacht ein letztes Mal 'Kerl wach uff...' spielt und die
Buchener Fasenacht verbrannt wird. |
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